Standortansprüche, Pflanzung, Bodenpflege, Düngung, Schnitt
Pflanzung und Pflege von Rhododendron
Rhododendron
gedeihen in vielen Gärten gut, blühen reichlich und bereiten den
Gartenfreunden auch ohne hohen Pflegeaufwand viel Freude. Das setzt aber
voraus, dass der Standort für die entsprechende Sorte gut geeignet ist,
sonst müssen gärtnerischen Pflegekniffe eingesetzt werden, um die
Gesundheit der Pflanzen zu erhalten.
Standortansprüche
Rhododendron
werden oft als "Moorbeetpflanzen" bezeichnet. Das kommt daher, dass an
vielen Standorten Torf, der in ehemaligen Moorgebieten gewonnen wird,
ein geeignetes Bodenverbesserungsmittel ist. Die Ursprünge unserer
Rhododendron-Sorten liegen aber nicht im Moor, sondern an Berghängen,
häufig im lichten Schatten von Wäldern oder Nordhängen. Dort wachsen
sie auf sauren Humusauflagen, in denen sich kein Regenwasser stauen
kann, aber durch häufige Regenfälle Luft wie Boden immer eine gewisse
Feuchte behalten. Rhododendron sind daher (je nach Sorte mehr oder
weniger) empfindlich gegen
- Sonne, Lufttrockenheit
- Staunässe
- hohe Kalkgehalte im Boden
Pflanzung
Rhododendron
werden entweder im Topf oder mit Ballen angeboten. Dabei sollten
Boden/Substrat dicht mit hellen Wurzeln durchwachsen sein. Die
Pflanzzeit erstreckt sich fast über das ganze Jahr. Nur wenn der Boden
tief gefroren ist, oder im Frühsommer eine extreme Hitzeperiode
herrscht, sollte auf günstigere Witterung gewartet werden. Eine
Eigentümlichkeit dieser Pflanzenart ist ihr feines dichtes
Wurzelwachstum. Deshalb ist es möglich, dass auch größere Pflanzen
selbst nach langer Standzeit (auch nach über 20 Jahren) noch verpflanzt
werden können.
Ist der Ballen der Pflanze zu trocken, sollte er vor
der Pflanzung gründlich gewässert (oder in eine Wanne mit Wasser
getaucht) werden. Die Erde im Ballen sollte sich anfühlen wie ein
feuchter, ausgewrungener Schwamm. Sonst ist sie zu trocken.
Das
Pflanzloch sollte einen mindestens doppelt so großen Durchmesser haben
wie der Ballen selbst, bei schwierigen Bodenverhältnissen je größer
desto besser. Nach unten muss das Wasser aus dem Pflanzloch unbedingt
abfließen können. Bei lockerem Unterboden reicht eine Pflanzlochtiefe
von etwas mehr als der Ballengröße. Wenn Bodenverdichtungen (z. B.
häufig bei Neubaugrundstücken) zu finden sind, sollte unbedingt versucht
werden, diese mit dem Spaten zu lockern, auch wenn das Pflanzloch dabei
sehr tief ausgehoben werden muss. In diesem Fall füllt man den
gelockerten Aushub wieder ins Pflanzloch ein, in der oberen Bodenschicht
(Höhe der Pflanzenwurzeln) sollte man ihn mit geeignetem Humus im
Verhältnis von etwa 1 : 1 verbessern (nicht unter den Pflanzenballen
geben!). Dieser Humus muss nicht unbedingt Torf sein, bei hohen
Kalkgehalten bietet sich dieser (oder eine auf Torf basierende
"Rhododendron-Pflanzerde") aber wegen seines niedrigen pH-Wertes (hoher
Säuregehalt) besonders an. Je nach Bodenverhältnissen können auch
geeigneter Rindenhumus (nicht zu kalkhaltig), Nadelerde oder andere
Torfersatzstoffe eingesetzt werden. Gartenkompost oder Kompost aus
Kompostieranlagen (Grün-/ Biokompost) haben meist zu hohe pH-Werte und
sind daher in der Regel für Rhododendron ungeeignet.
Bei sehr
schweren oder sehr kalkhaltigen Böden kann ein Trogbeet angelegt werden,
das heißt die Rhododendron werden in ein Gemisch aus Humus und
Mineralboden auf den gewachsenen Boden gesetzt. Eine Drainageschicht (z.
B. aus Reisig) kann bei schlechtem Wasserabzug nötig sein, meist ist
eine Umrandung des Beetes aus Baumstämmen oder ähnlichem sinnvoll.
Die
Pflanzen werden nicht tiefer gepflanzt als sie in der Baumschule
gestanden haben sondern eher etwas höher, denn bei zu tiefer Pflanzung
können die Wurzeln unter Sauerstoffmangel leiden.
Nach der Pflanzung
sollten die Pflanzen gründlich gewässert werden, damit ihre Wurzeln
besseren Kontakt zum umgebenden Boden bekommen. Dafür hat sich der
Begriff "Einschlämmen" eingebürgert, der aber nicht dahingehend
missverstanden werden darf, dass die Bodenstruktur durch zuviel Wasser
zur "Pampe" wird. Dünger sollte möglichst nicht ins Pflanzloch gegeben
werden.
Bodenpflege
Rhododendron
sind keine "Hackfrüchte". Ihre Wurzeln wandern dicht an der Oberfläche
und reagieren empfindlich auf Störung durch Hacken oder Grubbern. Es ist
daher sehr günstig, wenn der Boden abgedeckt ("gemulcht") wird. Solch
eine Mulchschicht von etwa 3 bis 5 cm Höhe kann mit Rindenmulch, Laub
oder Nadelstreu direkt nach der Pflanzung gegeben werden und sollte
regelmäßig ergänzt werden. Rasenschnitt sollte wegen seines hohen
Kalkgehalts nur in geringen Mengen aufgestreut werden. Häufig wird
gefragt, von welchen Baumarten sich das Laub besser oder weniger gut
dafür eignet. Es gibt keine umfassenden Untersuchungen dazu, aber es
sind keine Fälle bekannt, in denen das Laub einer bestimmten Baumart
Schäden verursacht hat. Am besten wird das Laub bzw. die Streu mehrere
Pflanzenarten verwendet, dann kann eigentlich nichts schief gehen.
Düngung
Die
stärker wachsenden Rhododendron (z. B. Großblumige Hybriden) sind sehr
anspruchsvoll an die Nährstoffzufuhr. Ältere Pflanzen auf
nährstoffhaltigen Böden, die jährlich mit einer dicken Schicht Falllaub
gemulcht werden, bleiben häufig auch ohne Mineraldüngung schön, bei
kleineren Pflanzen in Gärten ist aber auf den meisten Standorten eine
Mineraldüngung nötig. Als Faustzahl kann gelten, dass starkwachsende
Sorten etwa 100 g Volldünger pro m² und Jahr benötigen, die Menge wird
am besten zu gleichen Teilen in zwei Gaben Anfang Mai und Mitte Juli
aufgeteilt. Schachwachsende Sorten (Japanische Azaleen,
Zwergrhododendron) sind salzempfindlich, hier sollte nur die Hälfte
davon gegeben werden. Mineraldünger wie "Blaukorn" enthalten zwar alle
notwendigen Nährstoffe, können aber bei versehentlicher Überdosierung
leicht zu Salzschäden führen. Mineralisch-organische Mischdünger wie
Oscorna sowie viele "Rhododendron-Spezialdünger" setzen einen Teil ihrer
Nährstoffe langsamer frei und sind daher besser geeignet.
Kalkgehalt im Boden
Wie schon erwähnt, sind
Rhododendron empfindlich gegen zu hohe Kalkgehalte im Boden. Genauer
gesagt ist nicht der Kalk selbst schädlich für die Pflanzen, sondern ein
zu hoher pH-Wert (Säuregrad), der vor allem von Kalkgaben beeinflusst
wird. Der pH-Wert sollte zwischen 4,0 und 5,0 liegen, bei niedrigeren
Werten (unter 4,0) ist auch bei dieser Pflanzenart eine Kalkung
sinnvoll. Das ist aber selten, auf vielen Standorten Mittel- und
Süddeutschlands liegen die pH-Werte deutlich über 5,0. Auf diesen
Standorten sollte regelmäßig durch Gaben von saurem Humus (z. B. Torf,
Nadelstreu) der Boden verbessert werden. Durch sauer wirkende Dünger
bzw. Bodenhilfsstoffe (Ammoniumsulfat = Schwefelsaures Ammoniak,
Aluminiumsulfat, Schwefel) kann der pH-Wert ebenfalls abgesenkt werden,
durch überhöhte Gaben treten aber auch leicht Schäden auf. Die
notwendige Menge ist in hohem Maße abhängig von der Bodenart, so dass
Faustzahlen mit Vorsicht zu betrachten sind und solche Maßnahmen nur von
erfahrenen Gärtnern bzw. nach deren Rat durchgeführt werden sollten.
Die
Rhododendronsorten bzw. ihre Wurzeln sind in unterschiedlichem Maße
empfindlich gegen hohe Kalkgehalte. Bei vielen Sorten kann die Veredlung
auf die praxisübliche Unterlage 'Cunningham's White' die
Kalkverträglichkeit etwas verbessern. Seit einigen Jahren ist eine neu
gezüchtete Veredlungsunterlage auf dem Markt, die die
Kalkverträglichkeit der auf sie veredelten Sorten noch weiter
verbessert: Die INKARHO(R)-Unterlage.
Ähnlich wie Staunässe führt ein
zu hoher Kalkgehalt im Boden zunächst zum Absterben der Wurzelspitzen,
das heißt ein neu gepflanzter Rhododendron "lebt" zunächst aus seinem
alten Ballen. Der Zuwachs ist gering, das Laub bleibt oft dunkel und
gesund. Nur bei außergewöhnlich hohen pH-Werten oder nach langer Zeit
reagieren die Pflanzen mit den bekannten Eisenmangel-Chlorosen am Laub.
Dagegen können vorbeugend Spurenelement-Dünger verabreicht werden, die
die Chlorosen verringern, das Grundproblem aber nicht lösen.
Rhododendron
brauchen wenig Wasser, sobald ihre Triebe ausgereift sind. Im Mai/Juni
zur Blüte und Austrieb ist der Wasserbedarf aber erhöht, bei trockener
Witterung kann eine Bewässerung nötig sein. In diesem Fall wird am
besten abends oder früh morgens durchdringend gewässert, damit das
Wasser in den Wurzelraum eindringen kann. Gelegentliches Besprühen hilft
den Pflanzen dagegen wenig. Die Feuchtigkeit des Bodens sollte durch
Fühlen mit der Hand immer wieder geprüft werden, damit die Bewässerung
nicht zu Staunässe führt.
Starken Wassermangel zeigen immergrüne
Rhododendron durch Einrollen der Blätter an: ein letztes Alarmsignal,
dass Wasserbedarf besteht! Im Winter können sie bei tief gefrorenem
Boden ebenfalls ihre Blätter einrollen. Dann nützt Bewässerung natürlich
nichts, da das Wasser im gefrorenen Boden und der gefrorenen Pflanze
nicht aufgenommen und transportiert werden kann.
Am besten eignet
sich zum Gießen Regenwasser, das immer kalkarm ist. "Hartes"
Leitungswasser ist wegen seines hohen Kalkgehalts weniger gut geeignet,
besonders wenn häufig gegossen wird. Gelegentlicher Einsatz z.B. nach
der Pflanzung, ist unbedenklich.
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Manche Rhododendron-Sorten ('Cunningham's White', 'INKARHO(R)-Dufthecke') sind sehr schnittverträglich, so dass sie sich bei passendem Standort auch als Heckenpflanze eignen. Allgemein sollten Rhododendron aber nicht geschnitten werden, damit sie ihre volle Schönheit und Blütenfülle entfalten können. Einzelne störende Triebe können natürlich zu jeder Zeit entfernt werden. Bei sehr großen Pflanzen stellt sich aber manchmal die Frage, ob ein Rückschnitt möglich ist. Ein Rhododendron verhält sich anders als ein Blütenstrauch (z.B. Forsythie), der problemlos stark zurückgeschnitten werden kann und nach diesem Rückschnitt sogar noch deutlich kräftiger austreibt. |
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Rhododendron sollten nur dann stark zurückgeschnitten
werden, wenn sie wüchsig, gesund und dicht belaubt sind. Der beste
Rückschnitt-Termin ist März, vor der Blüte. Erfolgt der Rückschnitt im
Mai nach der Blüte, reifen die im Sommer gebildeten, neuen Austriebe bis
zum Winter häufig nicht genügend aus und können erfrieren. Der Austrieb
aus dem alten Holz nach einem starken Rückschnitt ist für die
Rhododendron-Pflanze ein "Kraftakt", sie sollte daher 2 - 3 Jahre vor
oder nach dem Rückschnitt nicht verpflanzt werden. Bis solch eine
Pflanze sich wieder zu voller Schönheit entwickelt hat, dauert es
allerdings einige Jahre, so dass vor dem Rückschnitt erwogen werden
sollte, einen zur "grünen Wand" gewachsenen Rhododendron aufzulichten
statt zurück zu schneiden und eine Unterbepflanzung (z. B. mit Stauden)
anzulegen.
Nach der Blüte sollten die Samenstände ausgebrochen
werden, die sich aus den abgeblühten Blütenständen bilden . Dadurch geht
mehr Kraft in den neuen Austrieb, und der Blütenansatz für's nächste
Jahr wird verbessert. Können die Samenstände nicht entfernt werden (z.
B. bei großen Pflanzen), schadet das der Pflanzengesundheit aber nicht.

Copyright Texte und Bilder:
Heinrich Beltz
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn
Pflanzenschutzamt Niedersachsen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
